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Pressemitteilung

Waldbaden in Rotenburg a. d. Fulda


Rotenburg a. d. Fulda, 17.08.2021

Ein kleiner Spaziergang im Wald kann manchmal echte Wunder bewirken. Doch schnell mal spazieren ist nicht gleich erholen. Um den Stress des Alltags hinter sich zu lassen, hat die Tourist-Information der Stadt Rotenburg a. d. Fulda, zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten, nun auch das Waldbaden für Gäste und Einheimische in ihr Repertoire aufgenommen. In Abstimmung mit dem örtlichen Forstamtsleiter sollen verschiedene Veranstaltungen im Rotenburger Stadtwald angeboten werden, bei denen zwei Kursleiter Interessierten die attraktiven Buchenwälder des heimischen Forsts näherbringen.  

„Waldbaden“ stammt ursprünglich aus Japan und ist dort bereits seit den 1980er Jahren bekannt. „Waldbaden ist das Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes mit allen Sinnen.“, fasst Karl-Ulrich Körtel schlicht zusammen. Er ist zertifizierter Kursleiter für Waldbaden und Achtsamkeit im Wald. Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und mit einer Familie, die im Forstdienst aktiv war, gehörte der Wald für ihn schon immer dazu. Mittlerweile bietet er das bewusste, ziellose Schlendern durch die heimischen Wälder als Erfahrung für Naturliebhaber an. „Der Wald hat bestimmte Effekte auf den menschlichen Körper. Geräusche, Gerüche, Farben, Temperaturen und vor allem die Bodenstoffe der Pflanzen, die sogenannten Terpene, sprechen unsere verborgenen Urinstinkte an.“, erklärt der Hobby-Drachenflieger weiter. Daher wirke ein solches Bad im Wald unter anderem blutzuckerspiegel- und blutdrucksenkend und stärke außerdem das Immunsystem. „Es geht beim Waldbaden um einen achtsamen, entschleunigten Aufenthalt im Wald. Kein Sport, kein Ziel, keine Leistung – einfach da sein.“, bringt auch der zertifizierte Waldbademeister Thomas Sackmann diese Erfahrung auf den Punkt. Auch er betont, dass das Waldbaden eine bewusste Wahrnehmung der Umgebung mit Ruhephasen und tiefer Entspannung ist. Es gehe nicht darum das Erlebnis durchzustrukturieren, sondern vielmehr um einen zeitlosen Aufenthalt im Wald, der in einer Gruppe beginnt, bei dem aber jeder selbst genügend Zeit für sich und seinen eigenen Takt findet. „Durch das Riechen und Klettern in unseren lebendigen Wäldern fühlt man sich deutlich mit der Natur verbunden – man lernt sozusagen neu Kind zu sein.“, erklärt Sackmann, der auch freier Theologe ist, weiter. Beide Rotenburger freuen sich darauf, künftig das neue Angebot der Tourist-Information auszuschmücken.

Um den Wald bewusst wahrzunehmen und neu kennenzulernen, sollen die angebotenen Touren der Stadt nicht nur auf bekannten Wald- und Wanderwegen verlaufen, sondern auch über Trampelpfade und zu versteckten Lichtungen im Rotenburger Stadtwald führen. Dabei ist Waldbaden Jahreszeiten-unabhängig, auch Neuschnee und Raureif sind ein besonderes Erlebnis. Lediglich bei Gewitter und Sturm müssen Veranstaltungen abgesagt werden. Kerstin Schulz, Leiterin der städtischen Tourist-Information, freut sich über das neue Angebot und weist darauf hin, dass dieses selbstverständlich auch individuell zugeschnitten werden kann. Auch für Kinder- und Seniorengruppen wird es entsprechende Angebote geben. Grundsätzlich sollten Interessierte mindestens zweieinhalb Stunden für eine Einheit Waldbaden einplanen, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.  

Die ersten Termine zum Waldbaden sind Donnerstag, der 26. August und Samstag, der 4. September, jeweils um 14 Uhr. Anmeldungen und Fragen nimmt die Tourist-Information der Stadt gern unter der 06623 5555 oder tourist-info@rotenburg.de entgegen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, es wird darum gebeten, die gültigen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.