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Jüdische Spuren

Jüdisches Leben in Rotenburg

Das nordhessische Rotenburg war über sechs Jahrhunderte Heimat jüdischer Familien. Wie bei kaum einem anderen Ort in Hessen ist die Geschichte Rotenburgs davon geprägt, dass hier seit ca. 1300 - mit Unterbrechungen - Juden ansässig waren und vom 17. bis zum 19. Jahrhundert eine der größten jüdischen Kleinstadtgemeinden Hessens existierte. Unverkennbar prägten die jüdischen Einwohner das Leben in der Stadt Rotenburg in markanter Weise mit.

  • Dauerausstellung in der Mikwe

    Mikwe Rotenburg an der Fulda

    Die Mikwe ist als Gedenk- und Begegnungsstätte zum Jüdischen Leben ein Kulturdenkmal und Zeugnis der Vielfalt Jüdischen Lebens in der Stadt Rotenburg an der Fulda und den Orten des ehemaligen Amtes Rotenburg.

    Bei der Freilegung des Ritualbades der Rotenburger jüdischen Gemeinde kam eine Vielfalt authentischer Zeugnisse religiösen Lebens zum Vorschein, die einzigartig ist und in Fachkreisen und weltweit auf großes Interesse gestoßen ist. Unter dem Motto "Was übrig blieb" zeigt die Dauerausstellung im Obergeschoss sechs Jahrhunderte eines vielgestaltigen jüdischen Lebens und Wirkens in Rotenburg und Umgebung. Die Gestaltung des Gebäudes als Museum mit Dauerausstellung zur jüdischen Lokal- und Regionalgeschichte erfolgte durch den Förderkreis Ehemaliges Jüdisches Ritualbad, der die Einrichtung auch betreut.

    Jüdisches Leben im Fuldatal hatte eine lange Tradition. Fast ebenso lang ist aber die Tradition der Verfolgungen, ursprünglich gespeist aus christlichem Antijudaismus, der später bruchlos in Antisemitismus übergehen konnte. Die Geschichte unserer Stadt Rotenburg an der Fulda und unserer Region ist von beidem geprägt.

    Öffnungszeiten

    • Mai bis Oktober: Jeden 1. Sonntag im Monat geöffnet
    • Ganzjährige Besichtigung über eine Terminvereinbarung mit dem Vorsitzenden
      Dr. Heinrich Nuhn möglich


    Besucherkontakt

    Gedenk- und Begegnungsstätte

    Brauhausstraße 2

    36199 Rotenburg a. d. Fulda

    Trägerschaft: Förderkreis Jüdisches Ritualbad, Magistrat der Stadt Rotenburg an der Fulda

  • Jüdischer Friedhof

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    Alter Teil des Jüdischen Zentral-Friedhofs

    Seit dem 13. Jahrhundert lebten Juden in Rotenburg und Umgebung. Der jüdische Friedhof liegt oberhalb der Stadt und wurde vermutlich im 17. Jahrhundert angelegt und diente der Bestattung bis zum Zerfall der Jüdischen Gemeinde in die 1930er Jahren


    Öffnungszeiten

    Nur Nach Voranmeldung

    Weiterführende Informationen

    zum "Belegungsplan" und Datenauskünfte (Personenforschung) erteilen:

    • Das Stadtarchiv Rotenburg an der Fulda


    • Dr. Heinrich Nuhn


  • Dauerausstellung: Jüdisches Leben in der Stadt und dem Landkreis Rotenburg an der Fulda

    Die im Mai 2001 eröffnete Geschichtswerkstatt im Obergeschoss der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg an der Fulda, ist in erster Linie für deren Schülerinnen und Schüler als Ort der Erinnerung an die jüdische Bevölkerung und deren Bedeutung für die Geschichte der Stadt und dem Landkreis gedacht.
    Für die außerschulische Öffentlichkeit sind in regelmäßigen Abständen Besuchsmöglichkeiten gegeben.

    Es finden regelmäßig Vorträge zur Geschichte statt.

    Öffnungszeiten

    Nur nach Voranmeldung.
    Zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Karpa.


Stolpersteine

Stolpersteine sind Betonquader mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern, die mit einer Messingplatte abschließen. Auf der Messingplatte werden der Name, das Geburtsjahr und das Schicksal der Menschen eingeschlagen, die in der Zeit des Nationalsozialismus systematisch ausgegrenzt, ausgeplündert, vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Diese Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig:

„Auf dem Stolperstein bekommt das Opfer seinen Namen wieder, jedes Opfer erhält einen eigenen Stein – seine Identität und sein Schicksal sind, soweit bekannt, ablesbar. Durch den Gedenkstein vor seinem Haus wird die Erinnerung an diesen Menschen in unseren Alltag geholt.“

Auch Rotenburg war es ein Anliegen das Kunstprojekt Demnigs für die jüdischen Opfer des Nazi-Regimes umzusetzen und vor ihrem letzten frei gewählten Wohnsitz zu ihrer Erinnerung „Stolpersteine“ in den Bürgersteig zu verlegen, da Rotenburgs Geschichte davon geprägt ist, dass hier seit ca. 1300 - mit Unterbrechungen - Juden ansässig waren. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war jeder zehnte Einwohner Rotenburgs mosaischen Glaubens.

Bild Stolpersteine


Die Broschüre "In Memoriam. 43 Rotenburger Opfer des Holocaust" ist erhältlich bei:

Tourist-Information der Stadt Rotenburg a. d. Fulda

Marktplatz 2

36199 Rotenburg a. d. Fulda

+49 6623 5555