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Burgruine Rodenberg
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Es wird angenommen, dass die Landgrafen von Thüringen die Burg vor 1150 auf dem nahen Hausberg, Alter Turm genannt (418,1 m ü. NN) erbaut haben.

Ab dieser Zeit waren die Thüringer Familie Ludowinger als Vögte der Abtei Hersfeld aufgeführt. Im Jahr 1170 wird eine Ministerialienfamilie „de Rodenberce“ in Verbindung mit der Burg erwähnt. Die Burg war in den folgenden Jahrhunderten ein Lehen der Rittergeschlechter "von Trott", "von Baumbach", "von Berlepsch" und "Vullekopf". Zerstört wurde die Rodenburg auf dem Hausberg in Auseinandersetzungen zwischen den Sternern und den Landgrafen von Hessen gegen Ende des 14. Jahrhunderts.

In einer Sühneurkunde von 1389 (Friedensabschluss) wurde die Burg das letzte Mal urkundlich genannt. Hier wurde festgelegt, dass die Burg "uff deme Berge glegen" nicht mehr befestigt werden sollte. Sie verfiel darauf hin, obwohl sie wahrscheinlich noch bis in das 16. Jahrhundert teilweise bewohnbar war. Sie gehörte in dieser Zeit dem Rittergeschlecht "von Trott zu Schwarzenhasel".

Heute sind noch Reste der Außenmauern und Burggräben zu sehen. Erhalten ist ein Teil der Wälle und Gräben. Von dem nordöstlichen größeren Turm ist wenig zu sehen. Die Ausgrabungen aus dem Jahr 1912 brachten wenige Überlieferungen. Besser erhalten sind aufgrund der Sicherungen nach den Ausgrabungen 1976 Reste der Ringmauer und der Grundmauern des zentral angeordneten polygonalen Bergfriedes. Die Ausgrabungsergebnisse sind teilweise veröffentlicht im Rund um den Alheimer, Band 30/2009.

Die Burganlage war insgesamt etwa 110 Meter lang und 40 Meter breit, also ähnlich in der Größe wie die Wartburg in Eisenach. Die Reste der ehemaligen Ritterburg befinden sich nordnordöstlich auf einem Bundsandsteinplateau. Die Flurbezeichnung ist „Rodenberg“ oder auch „Hausberg“. Der gesamte Berg ist heute mit Laubwald, meist Buchen, bedeckt.

Die ehemals von Thüringer Landgrafen erbaute Burg auf dem Hausberg war ein Vorgängerbau des nahe des heutigen Schlosses gelegenen neueren Burgsitzes mit der gleichlautenden Bezeichnung „Rotenburg“. Es ist wahrscheinlich, dass sich der Name unserer Stadt Rotenburg bereits von der Burg auf dem Hausberg ableitet hat, da nach alten Überlieferungen die roten Zinnen der Burg auf dem Berg weithin zu sehen waren.

Eine Zeichnung oder Gemälde der Burg auf dem Hausberg ist nach heutigem Wissen nicht überliefert.


Wie die Rotenburger zum Spott- oder Spitznamen "die Bornschisser" kamen.

Berichtet haben verschiedene Chronisten über die zum Schmunzeln verlockende „Unflätigkeit“ oder auch Kriegslist.

Der Rotenburger Pfarrer Lucae schreibt in seiner Chronik (16. Jh.) zu dem Vorfall: „... als die Burg auf dem Hausberg vor Jahren niemand mehr bewohnte, nistete sich in dem verfallenen Gemäuer eine Rotte schädlicher Landplacker ein und bedrängte täglich mit Rauben und Plündern die Rotenburger Rechtschaffenden. Durch solche Plackereien gewaltig ermüdet, bemeisterten die Rotenburger Bürger den Hausberg durch ungemeine, wiewohl unflätige Kriegslist.“

Wackere Männer von Rotenburg gingen zur Quellschüttung und „erleichterten sich“ derart, dass dies eine Verunreinigung auf längere Zeit des abfließenden Gewässers zur Folge hatte. Somit konnten die Landplacker die Versorgung der Burganlage mit Wasser nicht mehr absichern und mussten den Hausberg verlassen.

Geblieben ist uns aus den Überlieferungen die Flurbezeichnung „Schweinsgraben“, als Ort der heute eingefassten Quelle und der Rotenburger Spottname "Bornschisser".

Archiv der Stadt Rotenburg