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Pressemitteilung
Naturschutzprojekt am Kiessee Braach
Rotenburg a. d. Fulda, 17. Juli 2026
Die Erdarbeiten am ehemaligen Kiessee in Braach sind derzeit kaum zu übersehen. Täglich rollen Lastwagen über die Zufahrt, Boden wird eingebaut und das Gelände verändert sich sichtbar. Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein von den zuständigen Fachbehörden genehmigtes naturschutzfachliches Entwicklungsprojekt auf städtischen Flächen.
Ziel ist die nachhaltige ökologische Aufwertung des Gebietes sowie die Schaffung neuer, artgerechterer Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. „Das Projekt dient nicht der Beseitigung eines Gewässers, sondern seiner ökologischen Weiterentwicklung. Langfristig entstehen hier wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen“, heißt es aus dem Rotenburger Rathaus.
„Kern der Maßnahme ist die Entwicklung sogenannter Altwasserbereiche mit Flachwasserzonen. Während sehr tiefe Gewässer aus ökologischer Sicht vergleichsweise artenarm sind, bieten Flachwasserbereiche mit einer Tiefe von bis zu einem Meter optimale Bedingungen für Fische, Amphibien, Libellen, Wasserpflanzen und zahlreiche Vogelarten. Die neu entstehenden Flachwasserzonen werden mit Schwimmblatt- und Röhrichtvegetation ausgestattet. Diese Bereiche besitzen zudem eine hohe natürliche Selbstreinigungskraft und tragen dazu bei, Algenblüten vorzubeugen sowie die Gewässerqualität dauerhaft zu verbessern“, heißt es weiter. Insgesamt soll das Gebiet naturschutzfachlich erheblich aufgewertet werden.
Nach Abschluss der Erdarbeiten wird der derzeit als Landzunge erkennbare Bereich auf eine Höhe von 0 bis 1 Meter unterhalb der Gewässeroberkante abgesenkt. Erst dadurch entstehen die geplanten Flachwasserzonen.
Ausschließlich geprüftes und zugelassenes Bodenmaterial
Für die Umsetzung werden insgesamt rund 50.000 Kubikmeter geeignetes Bodenmaterial eingebaut. Etwa 90 Prozent stammen von der Baustelle des EDEKA-Logistikzentrums in Malsfeld, rund zehn Prozent aus dem Tunnelbau Cornberg. Sämtliches Material wurde geprüft und ist für den Einbau in Gewässerbereichen zugelassen. Die Auswahl und Genehmigung erfolgte durch die zuständigen Fachbehörden des Regierungspräsidiums Kassel sowie des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.
Grundlage des Projekts ist ein städtebaulicher Vertrag mit einer Laufzeit vom 1. März 2026 bis zum 28. Februar 2031. Es handelt sich um einen Folgevertrag mit unveränderten Vertragsbedingungen zu einem bereits zuvor bestehenden Vertrag. Die lange Vertragslaufzeit wurde bewusst gewählt, da ausschließlich geeignetes und zugelassenes Bodenmaterial verwendet werden darf. Dieses fällt abhängig vom Baufortschritt anderer Großprojekte an und steht daher nicht kontinuierlich zur Verfügung.
Verkehrsbelastung ist zeitlich begrenzt
„Die aktuell laufenden Fuhrarbeiten sollen nach derzeitigem Stand voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen werden“ erklärt das Bauamt der Stadt Rotenburg. Damit wurde sich an den Wunsch des Regierungspräsidiums Kassel gehalten, die Durchführung der Arbeiten in einem möglichst kompakten Zeitraum zu bündeln. Dadurch bleibt die Verkehrsbelastung zeitlich begrenzt und zieht sich nicht über mehrere Jahre hin. Zugleich soll somit verhindert werden, dass die Fläche während einer längeren Bauzeit unkontrolliert für die Ablagerung von Fremdmaterial oder Müll genutzt wird.
Nach Abschluss der Arbeiten
Nach Abschluss der Arbeiten soll die Bankette durch das ausführende Unternehmen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Zusätzlich soll es nach Abschluss der Maßnahmen eine öffentliche Führung mit einem Fachplaner durch das neu entstandene Gebiet geben. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dann über die naturschutzfachlichen Ziele und die ökologischen Hintergründe des Projekts unmittelbar vor Ort informieren.

